Eigentlich sollte es heute möglichst vor dem Wetterumschwung möglichst weit nach Westen gehen. Sollte …
6:00 Uhr abgelegt, das hatte der Wetterbericht so diktiert. Der Wind kam 45° schräg von vorne. Neben uns in Lee lag ja ein Boot. Die Besatzung wollten wir ganz bestimmt nicht wecken. Von da aus hatte man uns schon beim Anlegehuzzle helfen müssen. Gut geplant ist halb gefahren. Die Leeleine los, in die Luvleine mit reichlich Ruderlage eingedampft hat den Bug tatsächlich durch den Wind in die gewünschte Richtung gedreht. Karin hat voren einen excellenten Job gemacht, indem sie die Bojenleine im richtigen Moment losgeworfen und auch wirklich schnell eingesammelt hat. Nicht einfach bei 35 m Leine, die auch noch ziemlich dick ist.
Danach 15 Minuten gedieselt, um uns von dem Abenteuer zu erholen. Ich hatte mir wirklich recht lange Gedanken gemacht, wie ich da schmerzfrei wegkommen sollte. An der Ecke Darß fiel die Entscheidung, nicht Fehmarn anzusteuern. Schönes Segeln ging in die Richtung Dänemark. Auch gut. Nystedt sollte es werden. Kurz hinter der Verkehrstrennung, das ist so eine Art Autobahn für Seeschiffe, die wir halt im Fußgängertempo überqueren müssen, konnten wir unser Ziel nicht mehr direkt ansteuern. Die erste Wende wurde fällig. Mit erreichen des Tonnenstrichs nach Gedser war Schluss. Der Jockel musste helfen. Das hätte er auch bis Nystedt noch einmal weitere knapp zwei Stunden tun müssen. So haben wir in Gedser abgebrochen.
Sehr schlechte Entscheidung. Hier sieht es echt verloren aus. Ist es auch. Das Hafengeld war dafür sportlich. 48 € wurden abgebucht.
Morgen versuchen wir doch noch eben nach Nystedt zu huschen. Der Hafenführer schwärmt in den höchsten Tönen. Wir werden sehen. Und berichten. Wermutstropfen: Der Dänische Wetterbericht rät uns, diesen kleinen Törn am Besten zwischen 5:00 Uhr und 7: 00 Uhr zu unternehmen. Na mal sehen.

Zu essen gab es im Großen und Ganzen: Nichts. 😀
Ui, habt ihr da Strom gehabt?
Von eurer Rasekiste bin ich solche Wendewinkel eher nicht gewohnt.
Und nur, weil das Hoch RALF sich abschwächt, muss man doch den Kopf nicht in die Sandkiste stecken. In Hamburg haben wir zwar heute mal ausnahmsweise Frühtemperaturen unter 20°C, aber knackblauen Himmel. Dietzel erzählt just was davon, dass die W6 nur „vorübergehend“ sein sollen. Und „später abflauend“.
Ach, ihr macht das schon 😉
Aristoteles: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders trimmen.“
Moin Martin,
ja muss wohl Strom gewesen sein. Und wohl auch schlecht getrimmte Segel. In der Rinne war es dann fast wie auf der Elbe. Mindestens zwei Knoten von vorn. Das sieht man auch an dem Abbacker, wie es immer mehr wird.
Wir bleiben heute liegen, ertragen den Freudenhauspreis und gehen Museum und überhaupt mal kucken.
Grüße
Uwe
Oops, das sind aber wirklich sportliche Hafengebühren. Doch mal ankern? 😉
Guten Morgen/Abend Ralf,
da hast du wohl wieder mal Recht. Grundsätzlich die bessere Idee, den Mudhaken zu verwenden. Vor allem weil wir einen ordentlichen Ultraanker am Bug spazieren fahren, der uns wegen seines Übergewichtes auch noch Performance kostet.
Bei dem angesagten Wind und mangels geschützter Bucht haben wir uns dagegen entschieden. Wahrscheinlich hätten wir einfach noch ein bisschen besser die Karte studieren sollen.
So ist es halt zu dieser Fehlentscheidung gekommen. Wir ertragen sie. Und wir lernen daraus. Nelson Mandelas Motto: “I never lose. I either win or learn.”
Grüße um die Kugel herum
Uwe