Am Vorabend noch eben die Genua 3 angebaut. Morgens um 5:45 in Gang. Trotzdem hat es bis 6:30 gedauert bis die Leinen los waren.
Den ganzen Tag lang gab es guten Wind aus guter Richtung. Man war mit dem Speed zufrieden. Erst am späteren Nachmittag musste der arabische Wind herhalten. Eineinhalb Stunden sind wir motort.
Fest um 18:30 Uhr nach weitestgehend ereignislosem Törn.
Das war früh. Karin ist um 5:45 Uhr aufgestanden und hat mich bis 6:00 Uhr schlafen lassen. Kaffee, Segel von Fock auf Genua 3 gewechselt, noch ein Zwischenstopp an der Tankstelle und dann los.
Einmal falsch abgebogen, gemerkt, gerettet. Anders herum wäre auch gegangen.
Screenshot
Weil es erst genau gegenan war, der Tank voll und man ja reichlich Meilen vor Brust hatte, sind wir bis zur letzen Tonne erstmal mit Motor gefahren.
Danach ging es dann aber richtig gut weiter. Wir hatten einen einzigen langen Anlieger und wir waren sehr zufrieden. Mit uns fuhr ein Dragonfly 28 Performance. Für die Nichtsegler: Das ist ein ganz leichtes und sehr schnelles Boot mit drei Rümpfen. Unser Freund Bernd hat den Spruch geprägt: Boot mit Stützrädern. Sieht wirklich so aus. Den haben wir vier Stunden lang auf Abstand gehalten. Eigentlich kann so ein Ding mindestens doppelt bis dreimal so schnell fahren wie wir. Dazu müssen aber die Bedingungen stimmen. Gestern waren sie besser für uns. Der Tri hat sich immer wieder in der Welle festgeboxt. Wir nicht so sehr. Manchmal lohnt es doch, wenn man Blei transportiert.
Auf den letzen drei Meilen vor dem Hafen wurde das Wasser glatter. Da gab es dann kein Halten mehr. Er hat im Hafen dann unsere Leinen angenommen. Die Welt war wieder im Lot. Tri schneller als Mono.
Später habe ich dann dem Nächsten beim Anlegen geholfen. Das war sehr herausfordernd, weil ich auf solch einen Finger gehen musste.
Das ist etwas wackelig. Da merkt man dann doch die Schonerei vor der Knie-OP und jetzt noch die Restauswirkungen derselben. Ich bin wohl erst bei ca. 85% Wiederherstellung. Aber das wird.
Gestern dann noch einen schnellen Gang ins Dorf, um Gemüse für den Wok zu erwerben. Das hat gut geklappt.
Heute und morgen bleiben wir liegen. Heute regnet es, Warmfront, morgen ist sehr viel Wind angesagt. Beides muss nicht.
Heute:
Morgen:
Der Trip auf SWAY. 8:00 Uhr nach dem Tanken los, 17:00 Uhr fest. 58 Meilen, fein das.
Karin war schon ganz früh in Gang, hat mich aber schlafen lassen. Fein eigentlich. Als ich um 7:30 Uhr aus der Koje gekrabbelt bin waren wir bis auf zwei weitere Boote fast allein im Hafen. Alle weg.
Kaffee gemacht, Wetterbericht noch einmal genau angesehen, entschieden zu fahren und zwar nach Utklippan. Unterwegs hat sich das Wetter aber mal wieder nicht an den Bericht gehalten. Ab Höhe Sandhamn backte es immer weiter ab und wurde auch immer mehr Wind. Gut, DAS hatte man angedroht. Neue Lage neue Route. Wir haben einen Haken geschlagen und dann wieder Richtung geschützte Schärenfahrwasser.
Screenshot
Kurz vor dem ersten rot-grünen Tonnenpärchen haben wir die Genua eingewickelt und sind nur auf dem gerefften Groß immer noch mit reichlich sechs Knoten Speed unterwegs gewesen. Man sieht ja mehr, wenn vorne keine Gardine hängt.
Die Brücke mit 18 Meter Durchfahrtshöhe machte keine Sorgen mehr, nachdem das Handbuch der Dehler noch einmal klar mitteilte, dass der Kreuzer 17,6 m hoch ist. Außerdem meinte Freund Hartmut, dass man in Schweden immer noch einen Meter extra habe. Ich bin trotzdem unter Motor und langsam durch die Brücke gefahren. Hat aber gut gepasst. Nicht mal der Edelstahlstab (UKW-Antenne ein Meter über dem Masttopp) hat gedengelt.
Ab Brücke sind wir faul weiter motort. Jetzt sind wir fest in Karlskrona. Der Hafen ist nahezu leer. Die Saison hier scheint vorbei zu sein.
Morgens waren wir entspannt. Heute mal kein Sport, weil es vielleicht auch etwas viel war während der letzten Tage. Nur einkaufen und überlegen, wie es weiter gehen soll. Karin hatte ertrüffelt, dass man am Sonnabend, also morgen, bei West Utklippan erreichen sollte, um von da mit dem dann am Sonntag vorherrschenden Süd weiter in Richtung Hanö oder Simrishamn zu segeln. Guter Plan. Vergessen dabei wurde aber die Windstärke. Bei Böen 7 bft ist das kein Spaß mehr. Außerdem meinte man, das der Winddreher früher komme.
Deshalb sind wir fast zu Feierabend doch noch losgeschippert. Unsere neue Fock zusammen mit dem gerefften Groß war gut für sieben bis acht Knoten Speed. Wir mussten nämlich zum Glück nicht ganz hoch an den Wind. Entspanntes segeln ist trotzdem etwas anderes. Egal, jetzt sind wir fest und das Leben ist schön.
Was wir morgen machen, sehen wir frühestens morgen früh nach dem Wetterbericht. Utklippan? Sandhamn? Karskrona? Liegen bleiben? Alles offen.