Heute ganz harter Trip. Das haben wir uns aber nach dem -Gejage die vergangenen Tage verdient. Nur auf dem Vorsegel sind wir sinnig hierher geschippert. Jetzt mache ich die Räder klar und dann werden die frischen Vorräte ergänzt. Karin sagt, dass es morgen regnen soll. Das ist nix for Vadder sien Söhn. Jedenfalls dann, wenn es nicht irgendeinen Druck von außen gibt. Und der herrscht ja nun mal gar nicht.
Schon vor deutlich 5:00 Uhr aufgestanden. Das war auch für unsere Verhältnisse früh. Die Morgenroutine erfuhr durch das Vorbereiten der warmen Mittagsmahlzeit eine freundliche Abwechslung. Zu essen gab es trotzdem nichts. Wie immer. Nach dem Ablegen 15 Minuten gedieselt, um aus der Abdeckung zu kommen. Und das obwohl ich das Groß schon im Hafen gesetzt hatte.
Dann ziemlich zügig den Code Zero ausgewickelt.
Sofort in Rauschefahrt gekommen. Das ging so drei Stunden gut. Dann wurde es doch zu viel.
Mit der Genua 3 ging es weiter.
Kleiner Dialog, Kenner kennen das.
Ich will ja nix sagen, aber: Kanns nich mal büschn grade segeln?
Denn saach auch nix!
Screenshot
Jetzt sind wir auf Donsö fest als zweiter im Päckchen. Mal sehen, was morgen noch kommt. Der Hafen ist jetzt schon ziemlich gut gefüllt. Und morgen ist ja Midsommar.
Karin hat sich dann beim Segel zusammenlegen Hand und Arm verstaucht. Mit dem Segelkleid zu schnell aus dem Niedergang gekrabbelt und dann ins Cockpit gefallen. Wir brauchen einen Rollmast.
06:40 los. Oh Mann jeden Tag früher. Tapfer direkt nach der Hafenausfahrt gekreuzt.
Danach bei Gegenstrom und immer noch wenig Wind weiter gehungert.
Gegen 11:00 Uhr wurde es besser. Vorher hatten wir ins Auge gefasst in Langoer zu ankern. Häfen auf Samsoe wollen wir derzeit nicht. Die spinnen, die Dänen.
Diverser Großschiffahrt bereitwillig Platz gemacht. Alles fein geklappt. Eigentlich auch die Begegnung mit der Expressfähre von Aarhus nach Seeland. Den Schipper hatte ich auf UKW gefragt, ob ich es richtig einschätze, wenn ich davon ausgehe, dass er kurz hinter mir passiert. Er meine: „No I will pass ahead of you. I will speed up a little.“ Aus beiden Schornsteinen gab es eine dicke schwarze Wolke und der Speed ging in der Tat von 21 kn auf 38,5 kn hoch.Das sind über 70 km/h. Zum Vergleich: Wenn wir schnell sind, fahren wir 8 kn. Mit Unterstützung durch eine Welle von hinten auch mal knapp 10 kn. Ich kann das auf meinem Navigatiosdisplay gut verfolgen. Schiffe senden ein Statussignal, AIS. Das wird als Vektor auf dem Display sichtbar. Wenn ich das mit unserem eigenen Richtungspfeil vergleiche, kann ich einschätzen, ob es zu einer Kollision kommt oder eben nicht. Im geschilderten Fall haben sich die Verhältnisse innerhalb von weniger als30 Sekunden komplett umgekehrt.
Den ganzen Tag hing wie ein Damoklesschwert über uns die Vorhersage für Regen am späten Nachmittag. Davon haben wir nichts abbekommen. Glück, unterstützt dadurch, dass wir uns beide ins Ölzeug inklusive Gummistiefel gequält haben.
Gut 71 nm waren es dann wieder.
Screenshot
Morgen wollte ich eigentlich einen Tag Pause haben. Nichts da, sagt die Admiralität. Nur morgen ist das Wetterfenster auf. Also geht es weiter nach Göteborg oder wenigstens eine Schäre vorher. Donsö war nett im vergangenen Jahr.
Gestern Nachmittag an Bord, letzte Sachen verstaut, früh geschlafen. Karin heute Morgen um 4:45 Uhr wach. Ich bin dankbar, dass sie mich erst um 05:55 Uhr geweckt hat. Losgekommen sind wir erst um sieben. Aber dann: Ab Friedrichsort Code Zero geriggt. Das geht fein und die Kiste fährt einfach und fast nervfrei vorwärts.
Hinter Spodsbjerg wurde der Wind mehr uns spitzer. Auf Wunsch einer einzelnen Dame haben wir eingewickelt und das Ding geborgen. Während der zehn Minuten bis alles klariert war sind wir nur mit dem Groß 6 kn gefahren … Das waren vorher 55 gute Meilen.
Jetzt sind wir in Korsoer fest und bereiten das Essen für morgen Mittag vor. Heute gab es es Uwis Kartoffelsalat mit Putenwienern.