Hin und her ging es mit der Entscheidung. Dableiben oder ein Stück weiter? Nach dem Kaffee haben wir uns doch für weiter entschieden. Neun Meilen wollte ich erst mal eben abmotoren. Das aber nicht so richtig gut. Ich habe deshalb entschieden, mal eben die Genua auszuwickeln. Das ist einfach.
Und die Post ging ganz gut ab. Nur an der Höhe mangelt es etwas.
Das letzt Drittel dann doch mit dem Motor, weil es zu spitz und zu eng wurde.
Bissl schwierig war das rückwärts Einfädeln zwischen die Pfähle.
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Jetzt sind wir fest an dem Platz, den wir uns schon vorher mit Hilfe aus dem Forum ausgekuckt hatten. Nase genau im Wind, hinten ein niedriger Schwimmsteg zum bequemen aus- und einsteigen.
So sieht es von Bord aus aus. Kein Vergleich zu Gedser.
Nicht nur der Liegeplatz, auch der Ort ist hyggelig.
Eigentlich sollte es heute möglichst vor dem Wetterumschwung möglichst weit nach Westen gehen. Sollte …
6:00 Uhr abgelegt, das hatte der Wetterbericht so diktiert. Der Wind kam 45° schräg von vorne. Neben uns in Lee lag ja ein Boot. Die Besatzung wollten wir ganz bestimmt nicht wecken. Von da aus hatte man uns schon beim Anlegehuzzle helfen müssen. Gut geplant ist halb gefahren. Die Leeleine los, in die Luvleine mit reichlich Ruderlage eingedampft hat den Bug tatsächlich durch den Wind in die gewünschte Richtung gedreht. Karin hat voren einen excellenten Job gemacht, indem sie die Bojenleine im richtigen Moment losgeworfen und auch wirklich schnell eingesammelt hat. Nicht einfach bei 35 m Leine, die auch noch ziemlich dick ist.
Danach 15 Minuten gedieselt, um uns von dem Abenteuer zu erholen. Ich hatte mir wirklich recht lange Gedanken gemacht, wie ich da schmerzfrei wegkommen sollte. An der Ecke Darß fiel die Entscheidung, nicht Fehmarn anzusteuern. Schönes Segeln ging in die Richtung Dänemark. Auch gut. Nystedt sollte es werden. Kurz hinter der Verkehrstrennung, das ist so eine Art Autobahn für Seeschiffe, die wir halt im Fußgängertempo überqueren müssen, konnten wir unser Ziel nicht mehr direkt ansteuern. Die erste Wende wurde fällig. Mit erreichen des Tonnenstrichs nach Gedser war Schluss. Der Jockel musste helfen. Das hätte er auch bis Nystedt noch einmal weitere knapp zwei Stunden tun müssen. So haben wir in Gedser abgebrochen.
Sehr schlechte Entscheidung. Hier sieht es echt verloren aus. Ist es auch. Das Hafengeld war dafür sportlich. 48 € wurden abgebucht.
Morgen versuchen wir doch noch eben nach Nystedt zu huschen. Der Hafenführer schwärmt in den höchsten Tönen. Wir werden sehen. Und berichten. Wermutstropfen: Der Dänische Wetterbericht rät uns, diesen kleinen Törn am Besten zwischen 5:00 Uhr und 7: 00 Uhr zu unternehmen. Na mal sehen.
Wegen der Einsperrung ging es erst um 9:15 Uhr los. Der Plan war schon vorher gefasst: Doch nach Prerow. Ich hatte eine E-Mail mit der Bitte um Reservierung geschickt und innerhalb von zehn Minuten eine Antwort samt Liegeplatznummer bekommen. Gestern in Kloster war es übrigens die 42 heute halt mit 21 nur die halbe Wahrheit. 😉
Wir haben ab der ersten Abzweigung tapfer gesegelt. Erst nur mit dem Groß, wieder mal wegen der Sicht nach vorne auf die Fahrwassertonnen.
Als es voller weg ging, haben wir endlich mal den Code 0 gelüftet.
Das war auch mal nett. Leider hat es nicht bis zum Schluss gelangt. Für die letzen eineinhalb Stunden hätten wir wohl noch den Spinnaker gebraucht. Das wollten wir in der Hitze dann doch nicht.
Besuch hatten wir auch an Bord.
Jetzt sind wir nach etwas Huzzle mit der Boje vorne fest und genießen.
Das Tochterboot trägt, wie Karin meint, einen äußerst passenden Namen, weil man wohl mit Schwung um die Ecke kam. Ich weiß nicht wie Karin da die Brücke zu mir gebaut hat.
Heute haben wir es sehr ruhig angehen lassen. Nachdem auf Grund der Windprognose alle Ziele jenseits von 30 Meilen ausgefallen waren, sind wir erst ganz gemütlich unter Motor mit Segelunterstützung los.
Ausgefallen ist ein Ziel ganz besonders. Eigentlich wollte ich gerne mal den Inselhafen Prerow ausprobieren. Doch neben der Entfernung dorthin gab es andere Hürden zu überwinden. Man muss sich nämlich vorher anmelden und am Liebsten gleich mal eine App herunterladen, um vorab zu bezahlen. Die gewünschten Daten in der App konnte ich dann doch nicht goutieren. So wurde die gleich wieder entfernt. Und der Besuch logischerweise gestrichen. Schade eigentlich, soll das doch ein Nothafen als Ersatz für das endgültig geschlossene Darßer Ort sein.
Zwar wird aus halbwegs berufener Quelle übermittelt, dass immer genau ein Platz für Notfälle frei gehalten wird, aber einen Nothafen stelle ich mir anders vor. Egal, ich muss da auch nicht hin.
In der Tromper Wiek liegt das Auge des Gesetzes vor Anker. Und weil man sich ja gar nicht denken kann, dass ein Segelboot nur unter Großsegel bei drei Knoten Wind mit fünf Knoten nur mit dem Motor vorwärts fährt, bin ich dem Rüffel aus dem Weg gegangen.
Für die Nichtseeleute: Mit diesem Sichtzeichen „Kegel“ gibt man zu erkennen, dass der Motor als Mitantrieb im Einsatz ist. Man verliert dadurch einige Privilegien bei den Regelungen zum Wegerecht, vulgo zur Vorfahrt.
Nett war es doch.
Der Turm ist Arkona.
Kurz nach der Aufnahme haben wir in der Tat den Kegel eingepackt und die Genua ausgerollt. In der Spitze hat Karin es auf fünf Knoten Speed gebracht. Chapeau dafür. Es waren höchstens sechs Knoten Wind fast genau von hinten. Der Geschwindigkeitsrausch war leider nur von kurzer Dauer. Die meiste Zeit waren wir auf der Jagd nach Katzenpfoten und freuten uns über zweieinhalb Knoten …
Kurz nach der Ansteuerung für das Hiddenseefahrwasser haben wir dann doch den Jockel gestartet und die Tücher geschont.
Jeden Tag eine gute Tat heißt es doch. Die eine war einen Jollensegler ohne Außenborder, und soweit ich es sehen konnte auch ohne Paddel, ein Stück mitzunehmen.
Hier sieht man die Schleife zum einsammeln
Die zweite gute Tat ist noch in Gang. Ich habe eines meiner Scheuerbretter an eine Chartercrew verliehen. Das allerdings hat sich als Bumerang erwiesen. Die liegen jetzt quer vor unseren Pfählen und sperren uns ein. Irgendwas ist halt immer. Eigentlich war der Plan, morgen wirklich sehr früh abzulegen, weil es guten Wind wohl nur bis Mittag geben wird. Das wird jetzt nichts. Neben der Charterbavaria liegen jetzt vier weitere Boote. Es ist wie in Rödvig zu besten Urlaubszeiten. Wer erinnert sich nicht an den weißbemützten Hafenmeister, der über die komplett zugeparkte Boxengasse auf jedes Boot kletterte, um zu kassieren. Auf mindestens jedem zweiten Boot bekam er einen kleinen Snaps. Dinner for One ist Amateurkram dagegen.
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Dass das 26 Meilen waren hätte ich gar nicht gedacht.