230 V

Seit wir hier der Marina Touristico de Roma fest sind, war ich ein wenig verunsichert. Unsere Anzeige für den Landanschluss blinkt ohne Unterlass rot, was meint, dass ein „Error“ vorliegt. Was genau, darüber schweigt man dann aber. Der Landstrom funktioniert aber soweit. Also Messgerät raus und losprüfen. Erstmal das Landanschlusskabel gecheckt. Alle Pole haben Durchgang jedenfalls, wenn ich prüfe. Der zugezogenen Elektriker meinte, das die Erde unterbrochen sei. Konnte ich mir nicht vorstellen, habe aber zu absoluten Knappheitspreisen einen neuen Spezialstecker für den bordseitigen Anschluss erworben, nagelneues Kabel richtig konfektioniert, alle Pole mit Durchgang, kein Erfolg. Dann das Marinapersonal ins Boot geholt und gefragt, ob vielleicht die Erde an der Stromsäule unterbrochen sein kann. Die haben geprüft und gesagt, dass alles in Ordnung ist. Durchgang der Erde vom Einspeisungspunkt an Bord bis zum Schaltpanel getestet, ok. Mit telefonischer Hilfe von Elektrikermeister Jens noch einmal geprüft ob an der Steckdose Spannung zwischen L und Erde messbar ist, ok. Darauf hätte ich auch selbst kommen können. Aber bei 230 V tue ich mich etwas schwerer als bei 12 V Elektrik oder auch dem ganzen Elektronikkram, das kann ich nämlich.

Schließlich Anruf bei Philippi. Von dort stammt das Kontrollpanel. Ja, mit Sicherheit sei die Kontrollleuchte hinüber. Die sei Mist gewesen, habe ständlig Anlass zu Reklamationen gegeben und werde deshalb auch nicht mehr hergestellt.

Ratzubaltuff! Viel Wirbel um garnichts.

Zwei Dinge sind aber positiv:
1. Wir haben jetzt eine zusätzliches, sehr kurzes Landanschlusskabel. Das ist handlich und langt in den meisten Fällen hin.
2. Ich habe endlich mal hinter das 230 V Panel gekuckt und weiß jetzt wie ich einfach eine oder mehrere weitere 230 V Steckdosen an das Bordsystem anklemmen werde. Die passenden Stecker für das Panel sind schon bestellt.

Also: Alles prima!

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Sonntagsbeschäftigung

Hier heult es gerade wie doof. Wir haben eben den Kreuzer noch etwas weiter nach vorne gebunden und dann für Karins Stegzugangschip eine Schnur gehäkelt. 3 mm DPro mit 950 kg Belastbarkeit soll wohl halten. 😉

Fertig!

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Murings

Murings findet man hier ja fast immer, wenn man im Hafen liegt. Meistens ist jemand an Land, der die dünne Leine angibt, Karin nimmt sie auf den Bootshaken und geht damit nach vorne. Dann holt sie die eigentliche Muring hoch und belegt auf der Klampe vorne. Anschließend hole ich die Sache dicht, indem ich einfach weiter rückwärts fahre oder das Boot ziehe. Das geht alles prima. Gegen die Muscheln und das andere scharfe Zeug auf der Leine, die ja immer auf dem Grund liegt, trägt man Arbeitshandschuhe. Meist gibt es zum Schluss noch eine zweite Muring auf der anderen Seite, dann giert der Kreuzer nicht mehr hin und her. Eigentlich ist das schöner als die Pfahlveranstaltungen auf der Ostse.

Nur hat man ja immer etwas Furcht, dass man beim Machinenmanöver eine Leine in den Propeller bekommt. Vor allem beim Ablegen dauert es etwas, bis Muring und Vorlaufleine wieder ihren angestammten Platz am Grund gefunden haben.

Wir versuchen dem Problem so zu begegnen: Karin löst die erste Muring komplett und lässt sie fallen. Ich löse derweil die erste Achterleine. Karin löst die zweite Muring, gleichzeitig löse ich die zweite Achterleine und gebe einen richtig kräftigen Schub mit der Maschine voraus. Dann kuppele ich sofort wieder aus. Der Kreuzer geht ohne drehenden Propeller vorwärts und wir fahren mit dem aufgenommenen Schwung über die kritische Stelle.

In Gaeta lag neben uns eine italienische Dehler 36 SQ. Und als er ablegte wollte ich lernen, ob man das noch anders und vor allem besser tun könne. „When in Rome, do as the Romans do!“ Der Capitano löste beide Heckleinen, kuppelte im Leerlauf ein und bedeutete seiner Frau auf dem Vorschiff, die beiden Murings fallen zu lassen. Das Boot setzte sich langsam in Bewegung. Leider wurde es nach vier Metern Fahrt sanft abgebremst und das Motorgeräusch war auch weg.

Wir haben dann wieder beim erneuten anlegen geholfen und der Taucher war schon nach einer halben Stunde da, um die Leine aus dem Propeller zu holen. Ob er nun nur ganz großes Pech hatte, oder ob seine Methode zwar leiser als meine, aber dafür deutlich gefährlicher ist, weiß ich natürlich nicht. Bis auf weiteres werde ich aber auch „In Rome so machen, wie es der Altländer macht!“

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75 nm von Gaeta nach Ostia. Erst war es ja sehr flau und auch lau. Am Schluss sind wir auch nur unter Groß an die 8 gekommen. Die Hafeneinfahrt und das Segelbergen vorher waren „interessant“.  😉

Der Capitano hat später vom Marinero eine Anerkennung für ein gutes Manöver erhalten, berichtet Karin. Das freut den Uwe. 🙂

Veröffentlicht am von Uwe | Kommentare deaktiviert für … das war weit