Wegen der Einsperrung ging es erst um 9:15 Uhr los. Der Plan war schon vorher gefasst: Doch nach Prerow. Ich hatte eine E-Mail mit der Bitte um Reservierung geschickt und innerhalb von zehn Minuten eine Antwort samt Liegeplatznummer bekommen. Gestern in Kloster war es übrigens die 42 heute halt mit 21 nur die halbe Wahrheit. 😉
Wir haben ab der ersten Abzweigung tapfer gesegelt. Erst nur mit dem Groß, wieder mal wegen der Sicht nach vorne auf die Fahrwassertonnen.
Als es voller weg ging, haben wir endlich mal den Code 0 gelüftet.
Das war auch mal nett. Leider hat es nicht bis zum Schluss gelangt. Für die letzen eineinhalb Stunden hätten wir wohl noch den Spinnaker gebraucht. Das wollten wir in der Hitze dann doch nicht.
Besuch hatten wir auch an Bord.
Jetzt sind wir nach etwas Huzzle mit der Boje vorne fest und genießen.
Das Tochterboot trägt, wie Karin meint, einen äußerst passenden Namen, weil man wohl mit Schwung um die Ecke kam. Ich weiß nicht wie Karin da die Brücke zu mir gebaut hat.
Heute haben wir es sehr ruhig angehen lassen. Nachdem auf Grund der Windprognose alle Ziele jenseits von 30 Meilen ausgefallen waren, sind wir erst ganz gemütlich unter Motor mit Segelunterstützung los.
Ausgefallen ist ein Ziel ganz besonders. Eigentlich wollte ich gerne mal den Inselhafen Prerow ausprobieren. Doch neben der Entfernung dorthin gab es andere Hürden zu überwinden. Man muss sich nämlich vorher anmelden und am Liebsten gleich mal eine App herunterladen, um vorab zu bezahlen. Die gewünschten Daten in der App konnte ich dann doch nicht goutieren. So wurde die gleich wieder entfernt. Und der Besuch logischerweise gestrichen. Schade eigentlich, soll das doch ein Nothafen als Ersatz für das endgültig geschlossene Darßer Ort sein.
Zwar wird aus halbwegs berufener Quelle übermittelt, dass immer genau ein Platz für Notfälle frei gehalten wird, aber einen Nothafen stelle ich mir anders vor. Egal, ich muss da auch nicht hin.
In der Tromper Wiek liegt das Auge des Gesetzes vor Anker. Und weil man sich ja gar nicht denken kann, dass ein Segelboot nur unter Großsegel bei drei Knoten Wind mit fünf Knoten nur mit dem Motor vorwärts fährt, bin ich dem Rüffel aus dem Weg gegangen.
Für die Nichtseeleute: Mit diesem Sichtzeichen „Kegel“ gibt man zu erkennen, dass der Motor als Mitantrieb im Einsatz ist. Man verliert dadurch einige Privilegien bei den Regelungen zum Wegerecht, vulgo zur Vorfahrt.
Nett war es doch.
Der Turm ist Arkona.
Kurz nach der Aufnahme haben wir in der Tat den Kegel eingepackt und die Genua ausgerollt. In der Spitze hat Karin es auf fünf Knoten Speed gebracht. Chapeau dafür. Es waren höchstens sechs Knoten Wind fast genau von hinten. Der Geschwindigkeitsrausch war leider nur von kurzer Dauer. Die meiste Zeit waren wir auf der Jagd nach Katzenpfoten und freuten uns über zweieinhalb Knoten …
Kurz nach der Ansteuerung für das Hiddenseefahrwasser haben wir dann doch den Jockel gestartet und die Tücher geschont.
Jeden Tag eine gute Tat heißt es doch. Die eine war einen Jollensegler ohne Außenborder, und soweit ich es sehen konnte auch ohne Paddel, ein Stück mitzunehmen.
Hier sieht man die Schleife zum einsammeln
Die zweite gute Tat ist noch in Gang. Ich habe eines meiner Scheuerbretter an eine Chartercrew verliehen. Das allerdings hat sich als Bumerang erwiesen. Die liegen jetzt quer vor unseren Pfählen und sperren uns ein. Irgendwas ist halt immer. Eigentlich war der Plan, morgen wirklich sehr früh abzulegen, weil es guten Wind wohl nur bis Mittag geben wird. Das wird jetzt nichts. Neben der Charterbavaria liegen jetzt vier weitere Boote. Es ist wie in Rödvig zu besten Urlaubszeiten. Wer erinnert sich nicht an den weißbemützten Hafenmeister, der über die komplett zugeparkte Boxengasse auf jedes Boot kletterte, um zu kassieren. Auf mindestens jedem zweiten Boot bekam er einen kleinen Snaps. Dinner for One ist Amateurkram dagegen.
Screenshot
Dass das 26 Meilen waren hätte ich gar nicht gedacht.
Am Vorabend noch eben die Genua 3 angebaut. Morgens um 5:45 in Gang. Trotzdem hat es bis 6:30 gedauert bis die Leinen los waren.
Den ganzen Tag lang gab es guten Wind aus guter Richtung. Man war mit dem Speed zufrieden. Erst am späteren Nachmittag musste der arabische Wind herhalten. Eineinhalb Stunden sind wir motort.
Fest um 18:30 Uhr nach weitestgehend ereignislosem Törn.
Das war früh. Karin ist um 5:45 Uhr aufgestanden und hat mich bis 6:00 Uhr schlafen lassen. Kaffee, Segel von Fock auf Genua 3 gewechselt, noch ein Zwischenstopp an der Tankstelle und dann los.
Einmal falsch abgebogen, gemerkt, gerettet. Anders herum wäre auch gegangen.
Screenshot
Weil es erst genau gegenan war, der Tank voll und man ja reichlich Meilen vor Brust hatte, sind wir bis zur letzen Tonne erstmal mit Motor gefahren.
Danach ging es dann aber richtig gut weiter. Wir hatten einen einzigen langen Anlieger und wir waren sehr zufrieden. Mit uns fuhr ein Dragonfly 28 Performance. Für die Nichtsegler: Das ist ein ganz leichtes und sehr schnelles Boot mit drei Rümpfen. Unser Freund Bernd hat den Spruch geprägt: Boot mit Stützrädern. Sieht wirklich so aus. Den haben wir vier Stunden lang auf Abstand gehalten. Eigentlich kann so ein Ding mindestens doppelt bis dreimal so schnell fahren wie wir. Dazu müssen aber die Bedingungen stimmen. Gestern waren sie besser für uns. Der Tri hat sich immer wieder in der Welle festgeboxt. Wir nicht so sehr. Manchmal lohnt es doch, wenn man Blei transportiert.
Auf den letzen drei Meilen vor dem Hafen wurde das Wasser glatter. Da gab es dann kein Halten mehr. Er hat im Hafen dann unsere Leinen angenommen. Die Welt war wieder im Lot. Tri schneller als Mono.
Später habe ich dann dem Nächsten beim Anlegen geholfen. Das war sehr herausfordernd, weil ich auf solch einen Finger gehen musste.
Das ist etwas wackelig. Da merkt man dann doch die Schonerei vor der Knie-OP und jetzt noch die Restauswirkungen derselben. Ich bin wohl erst bei ca. 85% Wiederherstellung. Aber das wird.
Gestern dann noch einen schnellen Gang ins Dorf, um Gemüse für den Wok zu erwerben. Das hat gut geklappt.
Heute und morgen bleiben wir liegen. Heute regnet es, Warmfront, morgen ist sehr viel Wind angesagt. Beides muss nicht.
Heute:
Morgen:
Der Trip auf SWAY. 8:00 Uhr nach dem Tanken los, 17:00 Uhr fest. 58 Meilen, fein das.