Glowe – Kloster (13.8.2026)

Heute haben wir es sehr ruhig angehen lassen. Nachdem auf Grund der Windprognose alle Ziele jenseits von 30 Meilen ausgefallen waren, sind wir erst ganz gemütlich unter Motor mit Segelunterstützung los.

Ausgefallen ist ein Ziel ganz besonders. Eigentlich wollte ich gerne mal den Inselhafen Prerow ausprobieren. Doch neben der Entfernung dorthin gab es andere Hürden zu überwinden. Man muss sich nämlich vorher anmelden und am Liebsten gleich mal eine App herunterladen, um vorab zu bezahlen. Die gewünschten Daten in der App konnte ich dann doch nicht goutieren. So wurde die gleich wieder entfernt. Und der Besuch logischerweise gestrichen. Schade eigentlich, soll das doch ein Nothafen als Ersatz für das endgültig geschlossene Darßer Ort sein.

Zwar wird aus halbwegs berufener Quelle übermittelt, dass immer genau ein Platz für Notfälle frei gehalten wird, aber einen Nothafen stelle ich mir anders vor. Egal, ich muss da auch nicht hin.

In der Tromper Wiek liegt das Auge des Gesetzes vor Anker. Und weil man sich ja gar nicht denken kann, dass ein Segelboot nur unter Großsegel bei drei Knoten Wind mit fünf Knoten nur mit dem Motor vorwärts fährt, bin ich dem Rüffel aus dem Weg gegangen.

Für die Nichtseeleute: Mit diesem Sichtzeichen „Kegel“ gibt man zu erkennen, dass der Motor als Mitantrieb im Einsatz ist. Man verliert dadurch einige Privilegien bei den Regelungen zum Wegerecht, vulgo zur Vorfahrt.

Nett war es doch.

Der Turm ist Arkona.

Kurz nach der Aufnahme haben wir in der Tat den Kegel eingepackt und die Genua ausgerollt. In der Spitze hat Karin es auf fünf Knoten Speed gebracht. Chapeau dafür. Es waren höchstens sechs Knoten Wind fast genau von hinten. Der Geschwindigkeitsrausch war leider nur von kurzer Dauer. Die meiste Zeit waren wir auf der Jagd nach Katzenpfoten und freuten uns über zweieinhalb Knoten …

Kurz nach der Ansteuerung für das Hiddenseefahrwasser haben wir dann doch den Jockel gestartet und die Tücher geschont.

Jeden Tag eine gute Tat heißt es doch. Die eine war einen Jollensegler ohne Außenborder, und soweit ich es sehen konnte auch ohne Paddel, ein Stück mitzunehmen.

Hier sieht man die Schleife zum einsammeln

Die zweite gute Tat ist noch in Gang. Ich habe eines meiner Scheuerbretter an eine Chartercrew verliehen. Das allerdings hat sich als Bumerang erwiesen. Die liegen jetzt quer vor unseren Pfählen und sperren uns ein. Irgendwas ist halt immer. Eigentlich war der Plan, morgen wirklich sehr früh abzulegen, weil es guten Wind wohl nur bis Mittag geben wird. Das wird jetzt nichts. Neben der Charterbavaria liegen jetzt vier weitere Boote. Es ist wie in Rödvig zu besten Urlaubszeiten. Wer erinnert sich nicht an den weißbemützten Hafenmeister, der über die komplett zugeparkte Boxengasse auf jedes Boot kletterte, um zu kassieren. Auf mindestens jedem zweiten Boot bekam er einen kleinen Snaps. Dinner for One ist Amateurkram dagegen.

Screenshot

Dass das 26 Meilen waren hätte ich gar nicht gedacht.

Dieser Beitrag wurde unter Orte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.