Passarella

Leichter als die bisherige, etwas länger und mit Führungsleine für Karin. Zwar deutlich flötiger als vorher, aber dafür auch äußerst darstellbar im Kurs. Die Montage war aufwändiger als zunächst vermutet. Wie immer. 😉 Der Bolzen passte natürlich nicht für die alte Aufnahme.

Der Kauf war schon eine Sache für sich. Stephano betreibt in unserem Hafen einen Laden für Bootszubehör. Und das macht er mit Inbrunst, viel Freude und geschmeidig.

Die Kriterien für die neue Passarella gab ich ihm vor: foldable, light weighted and affordable. Er holte einen Katalog und zeigte mir das Bild. Ausgepreist war sie mit 390,00 €. Das ist sowieso preisgünstig. Das bezahlst Du nicht, Du bekommst sie für 350, sagte er, ohne, dass ich nach Rabatt gefragt hatte.

2. Akt
Ich bin im Laden, Stephano im Gespräch mit einem anderen Kunden. Der soll einen neuwertigen, vielleicht sogar noch ganz neuen, so sieht er aus,  aber jetzt eben schon älteren Lowrance HDS 7 GEN 3 bekommen. Ich mische mich ein: „Aber nur zum Angeln erlaubt, nicht für Segelboote!“, sage ich grinsend. Um dann gleich nachzuschicken: „Ich habe selbst einen auf meinem Segelboot, und ich finde den nach wie vor besser für mich als die Simrad und B&G Geräte.“ Das gibt ein High Five mit Stephano.

(Für Nichtkenner: Die Firma Navico hat im Sportbootbereich drei verschiedene Produktlinien: B&G für Segelyachten im Regatta- und ambitionierten Cruisingbereich, Simrad für Fahrtensegeler und Motoryachten, Lowrance vorwiegend für Anwendungen beim Fischen.) Ich bin übrigens als Techniker für alle Produktlinen zertifiziert.

3. Akt
Abholung. Wir zahlen, und wir fragen, ob wir auch die beiden Stützen für Karins Balanceschnur erwerben können. Klar sagt Stephano, er habe noch welche und holt ein weiteres Päckchen. Ich möchte zahlen, nein, ich sei ein „nice guy“ und das gäbe es aufs Haus. Auch die Knopfzelle, die ich noch kaufen wollte durfte ich nicht zahlen.
Das Spezialklopapier, er hat das natürlich auch, kaufen wir erst Montag. Denn ich möchte wenigstens das bezahlen.

 

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230 V

Seit wir hier der Marina Touristico de Roma fest sind, war ich ein wenig verunsichert. Unsere Anzeige für den Landanschluss blinkt ohne Unterlass rot, was meint, dass ein „Error“ vorliegt. Was genau, darüber schweigt man dann aber. Der Landstrom funktioniert aber soweit. Also Messgerät raus und losprüfen. Erstmal das Landanschlusskabel gecheckt. Alle Pole haben Durchgang jedenfalls, wenn ich prüfe. Der zugezogenen Elektriker meinte, das die Erde unterbrochen sei. Konnte ich mir nicht vorstellen, habe aber zu absoluten Knappheitspreisen einen neuen Spezialstecker für den bordseitigen Anschluss erworben, nagelneues Kabel richtig konfektioniert, alle Pole mit Durchgang, kein Erfolg. Dann das Marinapersonal ins Boot geholt und gefragt, ob vielleicht die Erde an der Stromsäule unterbrochen sein kann. Die haben geprüft und gesagt, dass alles in Ordnung ist. Durchgang der Erde vom Einspeisungspunkt an Bord bis zum Schaltpanel getestet, ok. Mit telefonischer Hilfe von Elektrikermeister Jens noch einmal geprüft ob an der Steckdose Spannung zwischen L und Erde messbar ist, ok. Darauf hätte ich auch selbst kommen können. Aber bei 230 V tue ich mich etwas schwerer als bei 12 V Elektrik oder auch dem ganzen Elektronikkram, das kann ich nämlich.

Schließlich Anruf bei Philippi. Von dort stammt das Kontrollpanel. Ja, mit Sicherheit sei die Kontrollleuchte hinüber. Die sei Mist gewesen, habe ständlig Anlass zu Reklamationen gegeben und werde deshalb auch nicht mehr hergestellt.

Ratzubaltuff! Viel Wirbel um garnichts.

Zwei Dinge sind aber positiv:
1. Wir haben jetzt eine zusätzliches, sehr kurzes Landanschlusskabel. Das ist handlich und langt in den meisten Fällen hin.
2. Ich habe endlich mal hinter das 230 V Panel gekuckt und weiß jetzt wie ich einfach eine oder mehrere weitere 230 V Steckdosen an das Bordsystem anklemmen werde. Die passenden Stecker für das Panel sind schon bestellt.

Also: Alles prima!

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Sonntagsbeschäftigung

Hier heult es gerade wie doof. Wir haben eben den Kreuzer noch etwas weiter nach vorne gebunden und dann für Karins Stegzugangschip eine Schnur gehäkelt. 3 mm DPro mit 950 kg Belastbarkeit soll wohl halten. 😉

Fertig!

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Murings

Murings findet man hier ja fast immer, wenn man im Hafen liegt. Meistens ist jemand an Land, der die dünne Leine angibt, Karin nimmt sie auf den Bootshaken und geht damit nach vorne. Dann holt sie die eigentliche Muring hoch und belegt auf der Klampe vorne. Anschließend hole ich die Sache dicht, indem ich einfach weiter rückwärts fahre oder das Boot ziehe. Das geht alles prima. Gegen die Muscheln und das andere scharfe Zeug auf der Leine, die ja immer auf dem Grund liegt, trägt man Arbeitshandschuhe. Meist gibt es zum Schluss noch eine zweite Muring auf der anderen Seite, dann giert der Kreuzer nicht mehr hin und her. Eigentlich ist das schöner als die Pfahlveranstaltungen auf der Ostse.

Nur hat man ja immer etwas Furcht, dass man beim Machinenmanöver eine Leine in den Propeller bekommt. Vor allem beim Ablegen dauert es etwas, bis Muring und Vorlaufleine wieder ihren angestammten Platz am Grund gefunden haben.

Wir versuchen dem Problem so zu begegnen: Karin löst die erste Muring komplett und lässt sie fallen. Ich löse derweil die erste Achterleine. Karin löst die zweite Muring, gleichzeitig löse ich die zweite Achterleine und gebe einen richtig kräftigen Schub mit der Maschine voraus. Dann kuppele ich sofort wieder aus. Der Kreuzer geht ohne drehenden Propeller vorwärts und wir fahren mit dem aufgenommenen Schwung über die kritische Stelle.

In Gaeta lag neben uns eine italienische Dehler 36 SQ. Und als er ablegte wollte ich lernen, ob man das noch anders und vor allem besser tun könne. „When in Rome, do as the Romans do!“ Der Capitano löste beide Heckleinen, kuppelte im Leerlauf ein und bedeutete seiner Frau auf dem Vorschiff, die beiden Murings fallen zu lassen. Das Boot setzte sich langsam in Bewegung. Leider wurde es nach vier Metern Fahrt sanft abgebremst und das Motorgeräusch war auch weg.

Wir haben dann wieder beim erneuten anlegen geholfen und der Taucher war schon nach einer halben Stunde da, um die Leine aus dem Propeller zu holen. Ob er nun nur ganz großes Pech hatte, oder ob seine Methode zwar leiser als meine, aber dafür deutlich gefährlicher ist, weiß ich natürlich nicht. Bis auf weiteres werde ich aber auch „In Rome so machen, wie es der Altländer macht!“

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